Eine Busfahrt die ist lustig – Maskat

Am Dienstag Morgen sind wir um 9 Uhr mit dem Bus nach Dubai gefahren, die gleiche Strecke und Prozedur wie bereits am Sonntag nur in umgekehrter Reihenfolge. In Dubai angekommen haben wir uns sofort zur Niederlassung der Oman National Transport Company (ONTC). Das war jedoch leichter gesagt als getan.

Besagte Niederlassung bestand nämlich aus einem zehn Quadratmeter grossen Raum mit der Frontseite in der Grösse der Eingangstüre. Wäre nicht ein Bus davor gestanden mit entsprechendem Aufdruck, hätten wir wohl ewig gesucht. Der Bus selbst war auch etwas betagter und hatte vor allem in der Innenausstattung leichte Mängel (siehe Galerie, einfach am rechten Bildrand auf das nächste Bild klicken).

Die Fahrt selber hat sich durch extrem strenge Passkontrollen an der Grenze leider deutlich verlängert. Alleine drei Mal wurden unsere Pässe von Emirati Seite kontrolliert und bei der Einreise in den Oman wurde das gesamte Gepäck ausgeladen, durchsucht und von Hunden abgeschnüffelt (das Fotos machen habe ich da lieber gelassen).

Dr. Ajits Home
Gegen 22 Uhr haben wir es dann nach 8 Stunden Busfahrt zu Ajit, unserem neuen Couchsurfing host geschafft. Ajit ist ein ca. 50 jähriger Inder der als Doktor gleich neben seinem Appartement im Royal Muscat Hospital arbeitet. Felix und ich haben ein extra Zimmer und Ajit ist extrem behilflich. Er hat für alle seine Couchsurfer ein Handy mit omanischer Nummer angeschafft und gibt jedem grosszügig einen Schlüssel. Im Gegenzug wird mehr oder weniger erwartet, dass man Abends mit ihm ein Bierchen trinkt, was gut machbar ist.
Am 6. Dezember wird Ajit mit uns Muscat verlassen und nach Indien zu seiner Familie fliegen.

On tour in Muscat
Am Mittwoch haben Felix und ich den Sightseeing- und Kulturtag gemacht. Sind mit dem Taxi zuerst in die Altstadt gefahren und anschliessend in das Hafenviertel Mutrah, wo auch alle Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Muscat besteht aus vielen einzelnen Stadtteilen und erstreckt sich insgesamt über mehr als 20 Kilometer. Da es keinen geregelten öffentlichen Nahverkehr gibt, ist man zwingend auf Taxi oder Kleinbusse angewiesen.
Hier gibt es zwei unterschiedliche Arten: die eine Art von Taxi ist ein privates Taxi, das einen direkt an den gewünschten Ort bringt (wie man es aus Europa kennt) und dafür auch europäische Preise verlangt. Selbst mit kräftigem handeln, zahlt man für eine ca. 10-15 minütige Fahrt um die 5 omanische Real, etwa 10 Euro. Natürlich wollen alle Fahrer, vor allem uns (offensichtlichen) Touristen nur solche Fahrten andrehen. Die andere Möglichkeit ist, ein geteiltes Taxi zu nehmen. Hierbei geht man an einen Verkehrsknotenpunkt, wartet bis ein Taxi anhält und nennt dem Fahrer sein Ziel (eine andere grosse Kreuzung oder Ähnliches). Liegt dieser Punkt ungefähr auf seiner Route, darf man mitfahren und zahlt dafür ca. 300 Baisa (1000 Baisa = 1 Real). Im Gegenzug hält der Fahrer auf der Route immer wieder an und nimmt neue Fahrgäste auf oder setzt diese ab.

Neben dem Sultanspalast haben wir auch ein Museum über die omanische Kultur besucht, mit vielen historischen Exponaten mit unaussprechlichen arabischen Namen sowie einem nachgebauten historischen omanischen Haus. Im Museum war leider Foto-Verbot, daher nur ein Bild vom inneren des Hauses:
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Sultanspalast und Alt-Maskat:
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Nach einem Mittagessen hat uns Anselm, ein netter Taxifahrer, umsonst in das Hafenviertel Mutrah gefahren. Dort haben wir die schöne Stadt, den Hafen und vor allem die Souq, den Markt, besichtigt. Wir waren zum Glück erst gegen spät Nachmittag da, so dass alle Tagesbesucher der Kreuzfahrtschiffe wieder auf ihre Dampfer mussten und wir so, mal wieder, mit die einzigen Touristen weit und breit waren. Das hatte jedoch zum Nachteil, dass wir in der Souq und dem anschliessenden schiitischen Viertel die Hauptattraktion waren. Wir haben daher beschlossen, so wenig aufzufallen wie möglich und haben das Fotos machen sein lassen. Die unglaublich vielen Gerüche und Geräusche hätte man mit der Kamera ohnehin nicht einfangen können.

Hier ein paar Bilder von der Promenade, unserem Taxifahrerfreund Anselm und einem Aussichtsturm den wir hochgeklettert sind:

Heute haben wir es etwas ruhiger angehen lassen und uns mit Hassan getroffen. Bei seiner Familie werden wir bei unserer nächsten Station in Nizwa wohnen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Ausserdem waren wir heute lange am Strand, haben den Omanis beim Strandfussball zugeschaut und das Wetter genossen. Der kulturelle Part wurde durch eine Besichtigung der Royal Opera und ein arabisches Abendessen abgehakt. Für umgerechnet drei Euro haben wir eine Shawarma Platte gegessen, was man sich am ehesten als eine Gyrosplatte Deluxe mit Hähnchenfleisch vorstellen kann. Danach haben wir uns ein Eis gegönnt, aus einem Laden der einen sehr passenden Namen hatte:
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Verkauf von Essenszeug.

Des weiteren, haben wir festgestellt, dass Omanis noch fauler sind als Amerikaner was die Essensgewohnheiten angeht. Hier fährt man auf den Parkplatz eines Restaurants und hupt so lange, bis ein Kellner rauseilt und die Bestellung aufnimmt. Wird diese dann nicht nach unmöglichen 30 Sekunden geliefert, wird regelmässig (als freundliche Erinnerung, versteht sich) nochmal gehupt. Dabei läuft der Motor die ganze Zeit voll durch, damit die Klimaanlage weiter funktioniert.

Nun noch ein paar weitere Bilder vom Tag:

Leider habe ich keine Möglichkeit gehabt, die Bilder von meiner Spiegelreflexkamera auf das Handy zu machen um sie für diesen Artikel zu benutzen. Am Ende des Urlaubs wird es aber einen Abschlussartikel geben, mit vielen Diashows und Galerien zu den einzelnen Stationen und allen beeindruckenden Bildern.

Morgen geht es weiter nach Nizwa zu einer echten arabischen Familie.

Danke für die vielen Kommentare in vorherigem Artikel, freue mich auch hier wieder über eure Meinung.
Bis bald
Jan

9 Gedanken zu “Eine Busfahrt die ist lustig – Maskat

  1. Hallo Jan,
    Hochintressant ist Dein weiterer Bericht
    Du bist ja voll mit Eindrücken.Freue mich dann auf Deine
    persönlichen Informationen.
    Bei uns ist ja im Norden großes Unwetter.
    Gottnlob war bei uns die vergangene Nacht nicht so schlimm
    wie angekündigt.
    Wünsche Euch beiden weiter ein gesunde Weiterreise
    sicher muß man beim Essen aufpassen.
    Liebe Grüße aus Schwäbisch Hall Oma Lilo Bauer

  2. Guten Morgen mein Lieber,

    Nikolausi ohne dich…. aber dafür viele spannende Informationen vom anderen Ende der Welt…..

    Vielen Dank dafür und Süßis und Plätzchen sind fest reserviert für dich….

    Dicken Kuss deine Mama

  3. Die Aufnahmen sind sehr aufschlußreich. Jetzt also nach Indien; ist das eine Reise um die Welt? Im Augenblick haben wir einen leichten Schneeregen bei 3+. Wir wünschen Euch eine gute Fahrt in die Wüste.
    M + H

  4. Hi Jan,
    haben heute mal wieder deine aktuellen Berichte gelesen, tolle Geschichte. Aber das mit Couchsurfing kannte ich schon, ständig schlafe ich dort ein nur treffe ich immer die gleichen Leute wenn ich aufwache…
    Wie auch immer, weiterhin viel Spass und durch deine Berichte sind wir wieder online dabei, was toll ist und uns viel Spass macht.
    Bis bald mal wieder,
    und viele Grüße aus Ingersheim von den Stratmännern
    PS. schlechtes Gewissen? Ich bin morgen bei deinem Vater in der neuen Wohnung Lampen montieren etc., Du bist ja nicht da, kannst uns aber dann mal Schnitzel machen, wenn Du wieder da bist, läuft ja jetzt bei dir…

  5. so so ihr zwei,
    Das klingt ja nicht nur total interessant sondern sieht auch noch atemberaubend aus, alles auch noch, nachdem wir hier zu Hause mit dem Schnee und dem fröstelnden Wind gekämpft haben.
    Wir wünschen Euch noch viele nette Leute und tolle Erlebnisse,
    Herzliche Grüße in die arabische Welt schicken
    Katja und Hans
    Schöne virtuelle Grüße auch von ‚unserer‘ Oma, die allerdings weder weiß, was ein Blog ist, noch darin antworten könnte, aber dennoch voller Neugierde ist, was Felix erzählen wird, wenn er wieder da ist :-)
    Nochmal vielen Dank für die ausführlichen Reiseberichte!

  6. Pingback: "Zusammen sein ohne zu heiraten ist Zeitverschwendung." | Augenzeit

  7. Hi mein Lieber, da ich ein wenig im Stress war, lese ich die Blogs nun rückwärts. Glaub aber ich kapier’s trotzdem. Das mit dem Couchsurfing kenne ich – wie Claus – auch schon lange……
    Ist echt toll, was Du uns Allen so schreibst. Offensichtlich eine komplett andere Welt in vielerlei Hinsicht. Das mit dem Restaurant könnte mir auch gefallen :-)

    Ich hoffe, dass Ihr weiterhin nur nette Menschen kennenlernt und eure Reise so harmonisch und unkompliziert weitergeht.

    Alles Liebe

    Dein Papa

  8. Pingback: Eine Woche durch Marokko | Augenzeit

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