Abu Dhabi

Ein Hund der Mozart hört, ein Geldautomaten der Goldbarren ausgibt, Schnitzel für Philippinos und die Armee zum Nationalfeiertag. Das ist die kurze Zusammenfassung der ersten zwei Tage unserer Reise. Die genauere Erklärung folgt jetzt.

Stuttgart – Dubai – Abu Dhabi
Der Flug mit Turkish Airlines über

Istanbul nach Dubai ist ohne grössere Zwischenfälle verlaufen und das Essen war einsame Spitze. Auch die visumfreie Einreise in die Vereinigten Emirate verlief vollkommen Problemlos, so dass wir es in etwas über einer Stunde aus dem Flugzeug an den Busbahnhof von Dubai geschafft hatten, der mit der U-Bahn ungefähr 10 Minuten entfernt liegt. Für 25 Dirham (5€) ging es nach Abu Dhabi, unserer ersten Station. Dort würden wir bei Harly, einem 28 jährigen Angestellten in der Finanzabteilung und seinen zwei Freunden wohnen. Alle aus den Philippinen. In zwei SMS wurde der Abholort und die Zeit ausgemacht, Al Whada Mall, direkt neben dem Busbahnhof (siehe Bild).
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Die Abholung mit Harlys BMW hat super geklappt, so dass wir gegen zwei Uhr Mittags bei ihm in der Wohnung unsere ersten zwei „gesurften“ Couches beziehen konnten.

National Day in Abu Dhabi
Glücklicherweise haben wir Abu Dhabi zu den Feierlichkeiten des 42. Jährigen Bestehens der Emirate besucht. Das hat dazu geführt, dass zusätzlich zu den Superlativen (das Teuerste, das Schnellste, das Grösste) noch weitere Aktivitäten stattfanden, bei denen das Motto ebenfalls „Klotzen, nicht kleckern“ geheissen haben muss. So ist zum Beispiel die Marine mit einer Flotte vor der Hauptpromenade der Abu Dhabi Corniche eingefahren, eine Fliegerstaffel mit den Landesfarben über die Stadt geflogen und Kampfhubschrauber haben überdimensionierte Flaggen über die Corniche hinter sich hergezogen. Zum Abschluss gab es ein Feuerwerk. Nicht irgendeins, sondern das Grösste, dass es jemals in Abu Dhabi gab. Alles andere wäre ja auch peinlich.
So ironisch sich oben Genanntes anhören mag, so beeindruckend war es dennoch. Vor allem wenn man dieses wirkliche Feiern des eigenen Staates (die komplette Corniche Road war voll mit geschmückten Autos) mit der Feier zum 3. Oktober in Stuttgart vergleicht.

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Abu Dhabi ohne National Day
Natürlich haben Felix und ich auch die standard Sehenswürdigkeiten angeguckt und den Strand von Abu Dhabi getestet.
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So waren wir beispielsweise in dem mit 2,5 Milliarden € wohl teuersten Hotel, dem Emirates Palace. Da unser Budget wohl nicht einmal für die Besenkammer gereicht hätte, haben wir uns mit der Lobby begnügt. Doch auch diese ist sehr beeindruckend, mit den komplett aus Marmor bestehenden Wänden, den komplett aus Blattgold überzogenen Wänden und den komplett kitschigen Kristallleuchtern. Ausserdem steht in dieser Lobby der erste Geldautomaten der Goldbarren ausgibt. Scheich Felix hat dort gleich Weihnachtsgeschenke besorgt:
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Auf dem Dach des Emirates Palace gab es eine riesen Lasershow und auch die gegenüberstehen Gebäude, die Emirates Tower sind durchaus beeindruckend.
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Nach Strand und dem Emirates Palace sind wir zur Al Marina Mall gelaufen. Auf dem weg dorthin haben uns vor allem die fanatischen Emiratis fasziniert, die mit geschmückten Autos und folierten Aufdrucken von den herrschenden Scheichen auf der Motorhaube wild hupend durch über die Strassen gebraust sind. Es gab quasi kein Modell welches weniger als 15 Liter verbraucht hat und kaum eines unter einem geschätzten Kaufpreis von 100.000€ (ohne Importzoll).

Am heutigen Montag haben wir die Scheikh Zayed Grand Mosque besucht. Wie fast alles, was den Namen der verehrten Staatsgründers Zayed trägt, war auch dieses Exemplar eines Gotteshauses etwas grösser, pompöser und teuerer. Die teuerste aller Moscheen, um genau zu sein. Das es sich um keine Moschee aus dem Katalog handelt, sagt schon die schire Kapazität: 40.000 Menschen können hier gleichzeitig beten. Alles ist aus feinstem Mamor, Gold oder Diamanten und das Gelände ist riesig. Das haben Felix und ich selbst gemerkt als wir auf der falschen Seite ausgestiegen sind, und dann 30 Minuten um das Gelände bei 30 Grad Mittagssonne laufen mussten.
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(Ein Klick auf das Panorama vergrössert dieses.)

Die Hin- und Rückfahrt zur Moschee haben wir mit dem öffentlichen Bus gemacht, welcher nur vier Dirham (80 Cent) für beide zusammen gekostet hat. Allerdings hat sich das finden der richtigen Station schwer gestaltet, wieso sollte bei genauem Hinsehen auf dieses Bild deutlich werden:
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Vier Dirham (mit Teekanne auf der Rückseite):
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Harly, Raymund & Co.
Die beiden wohnen zusammen mit Raymunds Bruder in einem drei Zimmer Appartement recht zentral und nahe am Busbahnhof. Die Matratzen für die Couchsurfer sind im Wohnzimmer untergebracht. Alle kommen aus den Philippinen und haben mittlerweile gute Jobs in verschiedenen Branchen in den Emiraten. Ausserdem hat Harly den flauschigsten Hund aller Zeiten. Den acht Wochen alten Bolt:
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Als Felix und ich am Sonntag Abend von der Corniche und den Feuerwerken heimgekommen sind, hatte Harly andere Philippinos zu besuch. Damit am Ende des Abends jeder etwas von der anderen Kultur wusste, haben Felix und ich gelernt, dass es unter guten Freunden normal ist, nur ein Glas zu benutzen welches weitergegeben und nach jeder Person neu aufgefüllt wird. Wir haben dieses feuchtfröhliche Ritual im Gegenzug mit deutschen Trinksprüchen unterstützt und versprochen, am nächsten Tag German Schnitzel zu machen.
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Gesagt, getan. Dass Felix und ich nicht täglich Schnitzel machen scheint nicht aufgefallen zu sein.

Das war Abu Dhabi, Morgen gehts weiter mit dem Bus nach Maskat in den Oman.
Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen und freue mich wie immer über Kommentare und Rückmeldungen.

7 Gedanken zu “Abu Dhabi

  1. Hallo Jan,
    es hat richtig viel Spaß gemacht, den Artikel zu lesen und die Fotos anzuschauen. Da werden Erinnerungen wach….! Jetzt bin ich gespannt auf den Bericht von Mascat-lasst noch Sonnenstrahlen da, bis Jochen und ich am 28.12. einfliegen:-)))! Also, check schon ´mal die Lage und berichte von den “ Places to be“,
    passt auf euch auf und trinkt nicht zu viel Tee;-),
    Gruß aus dem nebligen Berlin,
    Anja

  2. der 3. Oktober in Stuttgart war halt gelassener. das Mohrli hat heute
    für Dich eine Dose mit Zuckerbrötli gefüllt, damit Du nicht zu kurz kommst. Die
    Aufnahmen mit den entsprechenden Kommentaren sind beeindruckend. Die Gebäude sind einfach gigantisch! Die Feier des Nationaltages war bestimmt ein
    tolles Erlebnis. Couchsurfing macht wohl Spaß. Euch beiden weiter gute Tage!
    Mohrli + Husbi

  3. Hallo Jan.
    Diese Grüße kommen aus Schwäbisch Hall.
    Ich freue mich, daß ich an Deiner Abenteuer Reise auf diese Weise
    teilnehmen darf.
    Es ist schon enorm was Jhr jungen Leute alles erleben dürft.
    Wünsche, daß Jhr alle gesund heim kommt.
    Sicher wirst Du dann mal persönlich von der Reise berichten.
    LiebeGRüße Oma Lilo Bauer

  4. Einfach beeindruckend was für andere Dimensionen in Abu Dhabi herrschen, das war mir nie so bewusst, diese gigantischen Häuser und dann auch noch ein „Goldbarrenautomat“ – ich dreh ab. Die Sprache scheint ja für euch überhaupt kein Problem zu sein, ohjee- wie das nur in einem Restaurant wird! – haha, aber was war jetzt mit dem Hund der Mozart hört? Wünsch euch noch eine gute Reise – macht Spaß deinen Artikel zu lesen!! =)

    • Danke für deinen Kommentar! Da hast du natürlich recht darauf bin ich nichtmehr eingegangen. Hier die Antwort: da Bolt erst wenige Wochen alt ist, macht er Abends und nachts immer einen mega Aufstand, um ihn dann zu beruhigen, hat Harly beschlossen, es sei das beste ihn in die Küche zu sperren und mit Mozart, Bach, Beethoven und Co zu beschallen ;)

  5. Hallo lieber Jan,

    ist das toll, wie man mit dir virtuell auf Reisen gehen kann.
    Du verbringst die Adventszeit in einer komplett anderen Welt. Bei uns rüstet sich zumindest der Norden Deutschlands gegen ein Orkantief, das Wetter ist eher schmuddelig, aber die Buchumsätze steigen :-)

    Ich wünsche euch beiden weiterhin tolle Begegnungen und Erlebnisse und freu mich auf den nächsten Bericht.

    Alles Liebe deine Mama

  6. Pingback: Dubai & Bilder | Augenzeit

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