Viñales – Angekommen im Paradies

Nach den ersten paar Tagen in Havanna fuhren wir mit unserem Mietwagen, einem Technikwunder für kubanische Verhältnisse, in Kubas Westen, die Region Pinar del Rio mit der gleichnamigen Hauptstadt.
Die Fahrt dorthin, unsere erste Eigene auf kubanischem Boden, war überaus interessant aber auch anstrengend. Die Gefahren die sich auf diesen Strecken ergeben, sind grundlegend anders, als die auf europäischen Autobahnen. Das Wort „Stau“ kommt aufgrund der wenigen Fahrzeuge im kubanischen Wortschatz wohl nicht vor. Genauso wenig erwartet man allerdings auf deutschen Straßen einen Esel-Karren auf der linken Spur oder Personen die sich als Polizisten verkleiden, um mitgenommen zu werden. Durch diese Überraschungen fährt man automatisch langsamer und muss sich immer voll konzentrieren. Müde wird man auf langen Strecken dabei trotzdem nicht, denn wenn einmal auf der Straße nichts los ist, kann man links und rechts die Bananenplantagen oder Papayastauden bestaunen.

Nach mehreren Stunden Fahrt sind wir schließlich an unserem Ziel, dem kleinen Örtchen Viñales nahe der Provinzhauptstadt Pinar del Rio angekommen. Wir haben dort in der Anlage „La Ermita“ etwas erhöht über dem eigentlichen Ort die Tage verbracht.
Die Anlage bestand aus mehreren Häusern mit Zimmern oder kleinen Appartements, einer Bar sowie einem Restaurant mit schlechtem Essen aber grandioser Aussicht. Natürlich hatten wir uns darauf eingestellt, dass wir das alles nicht mit den uns bekannten Maßstäben vergleichen können und so waren auch die Abstriche beim Hotelessen überhaupt kein Problem.


La Ermita, Viñales auf einer größeren Karte anzeigen

Mit dem Pferd durch die Wildnis

Bereits in der Buchung mit ErlebeKuba war ein Pferdeausflug inbegriffen. Dieser sollte in Viñales stattfinden und uns mit einem Guide einen Tag lang die Gegend auf eine ganz andere Weise näher bringen. Wir trafen uns also morgens nahe des Hotels mit dem kubanischen Guide, einem deutschen Paar sowie zwei Franzosen um hoch zu Ross die Tabakfelder zu erkunden. Für mich als jemand, der noch vorher noch nie geritten ist war alleine das Aufsitzen schon ein Abenteuer. In der Beschreibung von ErlebeKuba wurden die Pferde als „leicht zu lenkend“ beschrieben. Dieser Hinweis traf bei einigen Pferden sicher zu, meines hatte allerdings seinen eigenen Kopf und wollte grundsätzlich die Gruppe anführen nebenher aber auch noch etwas von den Pflanzen ab Wegesrand essen.
Die Tour führte uns zunächst durch den Ortskern von Viñales und anschließend zwischen Bergen und viele kleine Felder (lassen sich auf der Karte gut erkennen) zu der kleinen Farm eines Tabakbauers. Der Weg dorthin war schon sehr beeindruckend mit den vielen verschieden Pflanzen, aber auch mit der Erkenntnis, dass viele kubanische Bauern ihre Felder immer noch mit Ochsen und Pflug bestellen (siehe Galerie).

Als wir an der Farm ankamen die aus einem kleinen Haus, einem Stall, einer Hütte für den Tabak sowie einem reichhaltigen Garten bestand, sagten alle in der Gruppe, man habe das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Exotische Früchte wie Bananen, Papayas, Oliven, Kaffee aber auch Gemüse und viele Blumen wuchsen hier wild durcheinander. Der Bauer erklärte uns die Verarbeitung des Tabaks und führte uns über sein Anwesen, während seine Frau in einem kleinen Schuppen frischen Kaffee geröstet und gleich für uns zu einem Espresso verarbeitet hat. Hier hatten wir sehr viel Glück, dass die Franzosen sehr gut Spanisch konnten und dies dann in gebrochenes Englisch für uns übersetzten.
Nach der Führung wurde uns gezeigt wie man eine Zigarre rollt. Natürlich macht der nette Bauer das alles nicht aus reiner Gastfreundschaft sondern will dabei auch noch etwas verdienen. Aus diesem Grund verkauft er nachher seine selbst gedrehten Zigarren an seine Besucher.

Nach dieser Stärkung traten wir auf unseren tierischen Fortbewegungsmitteln den Weg zurück zum Hotel an aber nicht ohne in einer so genannten Casa Particular noch ein oder mehrere selbst gemachte Mojitos zu trinken. Die Casa Particulares von Privatpersonen vermietete Häuser oder Zimmer an Touristen. Diese Form der Unterbringung von Touristen ist erst seit einigen Jahren in Kuba gesetzlich erlaubt und wird durch die Regierung streng kontrolliert und reguliert. Man sollte außerdem nur in offiziell zugelassene Casa Particular gehen um mögliche Probleme zu vermeiden.

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Viñales sind wir am letzten Abend nochmals zu der bereits erwähnten Casa Particular in den Ort runter gelaufen zum kubanischen Langusten Essen. Gemeinsam mit dem deutschen Paar, das mit uns vor dem Hotelessen geflohen ist, hatten wir einen sehr schönen Abend mit herausragendem Essen, einer netten Gastgeberin sowie einem anschließenden Abstecher auf den Marktplatz von Viñales an dem sich Kubaner zu einem Tanz- und Musikabend getroffen haben.

Wie in den vorherigen Artikeln, lassen sich all die gewonnenen Eindrücke viel besser in Bildern ausrücken so dass es hier wieder meine Lieblingsbilder von Viñales zu sehen gibt. Mit einem Klick oben links auf das ! erhalten Sie weitere Informationen.

Wenn Sie eines der Bilder für Ihre Zwecke verwenden möchten, kontaktieren Sie mich einfach oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Gerne gebe ich Ihnen weitere Informationen zu den Bildern oder sende Ihnen diese und andere Bilder in voller Auflösung zu.

Weitere Artikel der Kuba-Serie: 

3 Gedanken zu “Viñales – Angekommen im Paradies

  1. Pingback: - Augenzeit

  2. Pingback: Havanna - Eine Stadt mit 1000 Gesichtern

  3. Pingback: Kuba - Anreise

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.