Auslandsjahr in Kanada

Im Jahr 2009 hatte ich die Chance ein Land von einer Seite kennen zu lernen die einem als Urlauber meist verwehrt bleibt.
Als Schüler war ich vier Monate an der Armbrae Academy in Halifax um neben Englisch bei einem Auslandsjahr auch Land und Leute kennenzulernen.

Vielleicht überlegt ihr euch selbst eine Zeit in einem anderen Land zu verbringen um dort zur Schule zu gehen oder euch anderweitig in die neue Kultur zu integrieren. In diesem Artikel möchte ich die Argumente besprechen die für bzw. gegen einen solchen Aufenthalt sprechen. 
Wenn ihr euch schon für einen Auslandsaufenthalt entschieden habt, interessiert euch vielleicht diese Zusammenstellung an Dingen, welche vor Antritt unbedingt zu beachten sind. Diese Liste entstammt dem Blog, welchen ich über die Dauer meines Aufenthalts geschrieben habe. Meine Erlebnisse die ich in Bildern, Videos und Berichten festgehalten habe, könnt ihr euch gerne ansehen unter: http://schuleinkanada.wordpress.com/.

Auslandsaufenthalt – Dafür & dagegen?!

Nun aber zu den Dingen die für oder gegen eine Aufenthalt im Ausland sprechen oder welche man unbedingt beachten sollte. Diese Eindrücke basieren natürlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und wurden von anderen Leuten an anderen Orten eventuell komplett anders wahrgenommen. Wenn dies so war, berichte doch von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Positivist in jedem Fall die Tatsache, dass man eine andere Sprache lernt. Und zwar learning-by-doing. Dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen und was man lernt ist nicht zu vergleichen mit einer normalen Unterrichtsstunde in der Schule. Mit der Ankunft am Flughafen wird man sozusagen ins „kalte Wasser geschmissen“. Man muss einfach Englisch reden und tut es auch, es bleibt einem ja nichts anderes übrig. Auf diese Weise lernt man unglaublich schnell neue Vokabeln und man merkt jeden Tag was man neues gelernt hat.
Neue Sprache schön und gut aber was ist wenn ich die Leute nicht verstehe? Oder noch schlimmer wenn die Anderen nicht wissen was ich sagen will?Das kommt in den ersten Tagen oder Wochen sicherlich häufig vor, sollte einen aber eher ermuntern  weiter zu machen. Man muss sich trauen und einfach drauf los reden. Vergesst die richtige Grammatik oder die richtige Verbform! Die Menschen verstehen euch auch wenn der Satz nicht perfekt ist. Aus Fehlern lernt man.

Das Parlamentsgebäude in Ottawa.

Das Parlamentsgebäude in Ottawa.

Ein weiterer unschätzbarer Pluspunkt ist das Kennenlernen von neuen Leuten. In Kanada war ich überrascht, wie offen alle auf einen zugehen. Alle wollen einen kennenlernen und wissen, wie dieses oder jenes in Deutschland läuft. Auf diese Weise lernt man natürlich auch die Gegebenheiten im „neuen“ Land kennen. Am meisten über den Alltag lernt man natürlich in der eignen Gastfamilie, zu der ich, wie auch zu vielen anderen Freunden immer noch einen engen Kontakt habe.

Aber was ist, wenn ich mich mit der Gastfamilie überhaupt nicht verstehe? Es wird sicher Situationen geben in denen ihr nicht einer Meinung mit eurer Gastfamilie seid. Zunächst kann man darüber natürlich versuchen hinwegzusehen unter dem Motto „andere Länder – andere Sitten“. Wenn sich die Meinungsverschiedenheiten häufen, hilft sicher ein klärendes Gespräch. Nicht nur für euch, sondern auch für eure Gastfamilie ergibt sich durch das neue Familienmitglied eine andere Situation mit der man erstmal klarkommen muss. Ein offenes Gespräch klärt die meisten Differenzen bestimmt von selbst. Erst im äußersten Notfall solltet ihr Kontakt zu eurer Organisation oder Schule aufnehmen um die Familie zu wechseln.

Einen weiteren Tipp, den ich selbst vor meinem Aufenthalt bekommen habe, wurde von mir zunächst unterschätzt: Versucht nicht alles im Gastland verbessern zu wollen oder mit der Heimat zu vergleichen!. Das mag banal klingen, als ich jedoch mal darauf geachtet habe, wie oft ich etwas für lächerlich befunden habe (Schuluniformen) oder umständlich (Einreiseprozedur) oder ich etwas mit Deutschland verglichen habe (Leistungsniveau in der Schule) wurde mir bewusst, wie unsinnig diese Denkweise ist. Die meisten Leute, mit denen man im Alltag zu tun hat, können für diese Umstände rein gar nichts. Außerdem ändert sich nichts an der Situation wenn man einen Satz mit „But in Germany…“ beginnt außer dass man sich unbeliebt macht.
Besser ist es, die positiven Dinge mit in die Heimat zu nehmen. Mir wird zum Beispiel immer die unglaubliche Gastfreundschaft der Kanadier in Erinnerung bleiben die einem bei jeder Situation entgegengebracht wird. Oder das riesige Angebot an Fastfoodketten für jeden Geschmack, oder die Schulsport-Teams, oder oder oder….

Dies war natürlich nur ein sehr kurzer Überblick und eine sehr kurze Einschätzung über den Nutzen eines solchen Aufenthaltes. Falls ihr weitere Fragen habt lohnt sicherlich ein Blick in meinen Blog über diese Zeit oder auf ein Portal wie auslandsaufenthalt.org. Natürlich könnt ihr eure Fragen auch direkt an mich stellen entweder als Kommentar für Alle sichtbar oder privat an mail(at)augenzeit.com.

Bekannte Austauschorganisationen sind zum Beispiel EF Sprachaufenthalte oder Kolumbus. Eine Übersicht an vielen Organisationen findet man unter austauschjahr.de.


Das Video habe ich bei einem Besuch in Peggys Cove in Nova Scotia erstellt und vermittelt einen Eindruck von der Weite und Natur Kanadas.

 

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